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Bonn: Neues Konzept für das Hardtbergbad

Schwimmbad in Bonn : Hardtbergbad soll Familienbad mit Gastronomie werden

Die Stadt Bonn will das Konzept des Hardtbergbads ändern, es soll ein Familienbad werden. Die Sanierung und Erweiterung des kostet rund 30 Millionen Euro und startet 2021.

Am Ende wird das Hardtbergbad schöner, als mancher nach der jahrelangen Diskussionen erwartet hat. Es soll nämlich zum Familienbad ausgebaut und als Ganzjahresbad betrieben werden. Die Sache größer anzugehen, ist der Vorschlag der Verwaltung in der „Rahmenplanung zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft“ auf der Basis einer Bürgerbeteiligung (der GA berichtete). Ausgehend vom Grundsatz, dass jeder Stadtbezirk ein Bad haben soll, wurden Szenarien entwickelt.

Mit dem mehrheitlichen Ratsbeschluss ist das gesamtstädtische Projekt jetzt auf den Weg gebracht. Allerdings hat der Rat bereits 2019 Maßnahmen fürs Hardtbergbad beschlossen: Die Schwimmhalle soll im Bestand saniert und ein zusätzliches Lehrschwimmbecken gebaut werden. Dritter Punkt ist die Sanierung des Freibades.

Keine Indoor-Boulderwand

Schon in diesem ersten Entwurf waren weitere Vorschläge enthalten. Man wollte jedoch den Ergebnissen des Bürgerbeteiligungsverfahrens nicht vorgreifen. Die Bürgergutachter haben sich für die erweiterte Planung ausgesprochen: Im Hardtbergbad soll ein Familienbereich mit Kurs- und Kinderbeckenbecken, Gastronomie sowie Ganzjahresrutsche gebaut werden – alles komplett barrierefrei. Die bestehende Wasserfläche in der Halle wird von gut 400 auf 650 Quadratmeter erweitert. Lediglich der Vorschlag für eine Indoor-Boulderwand wurde gestrichen.

„In Hardtberg sind wir mit den Planungen am weitesten gediehen“, erläutert Sport- und Bäderamtschef Stefan Günther. Durch den Ratsbeschluss 2019 hatte die Verwaltung bereits einen Prüfauftrag. Für die Modernisierung von Hallen- und Freibad liegt eine Kostenschätzung vor. Die Rede ist von insgesamt rund 30 Millionen Euro. Für die bereits beschlossene Sanierung stehen laut Günther rund 21,9 Millionen im Haushaltstitel „Bäderpauschale“ bereit.

Sanierung soll Energie einsparen

Das Bäderkonzept stützt sich auf vier Ziele: sie sollen zeitgemäß sein, einen Mehrwert für alle Nutzergruppen (Vereine, Schulen, Freizeischwimmer) bieten - bei verbesserter Wirtschaftlichkeit etwa durch Energieeinsparung und unter Berücksichtigung der Klimaziele. Günther geht davon aus, dass beim sanierten Hardtbergbad „Einsparungen beim Energieverbrauch in erheblicher Höhe erzielt werden können.“ Attraktivitätssteigerung, mehr Wasserfläche und längere Öffnungszeiten sollen mehr Besucher ins Bad bringen. Werden in der Halle des Hardtbergbads derzeit knapp 80 000 Gäste übers Jahr gezählt, könnten es laut Prognose nach Sanierung und Erweiterung über 130 000 sein.

Die aktuell erhobene Besucherzahl verteilt sich auf 24 000 Schüler, knapp 21 000 Vereinsschwimmer und gut 35 000 Freizeitschwimmer.

Um die Bedarfe aller sicherzustellen, „muss die vorhandene Wasserfläche erhalten bleiben“, stellt der Sport- und Bäderamtschef klar. Die Neuordnung der Bäderlandschaft bedeute deshalb weder Reduzierung noch Vermehrung. Sondern: Durch die Integration der Lehrschwimmbecken der Schulen in die öffentlichen Bäder handele es sich um eine Verschiebung. Soll heißen, Lehrschwimmbecken werden geschlossen und anders genutzt.

Für das Schulschwimmen muss das Becken an der Derletalschule repariert werden

Die Verwaltung will Schul- und Vereinsschwimmmen während der Sanierung des Hardtbergbad sicherstellen. Als Übergangslösung kommen Ludwig-Richter- und Derletalschule infrage. Allerdings muss das Lehrschwimmbecken der Derletalschule schnellstmöglich repariert werden, damit es tatsächlich bei Schließung des Hardtbergbads zur Verfügung steht. Die Reparatur soll 1,35 Millionen kosten.

In der vorläufigen Zeitplanung soll das Sanierungskonzept fürs Hardtbergbad zügig erarbeitet werden, damit die Arbeiten 2021 beginnen können. Die Fertigstellung wird für 2023 anvisiert. Dass die Boulderwand in der Halle nicht gebaut wird, begründet Günther mit dem ans Bad angrenzenden Kletterwald. „Er wird Bestandteil des Bades bleiben.“ Mit dem Betreiber sei ein Vertrag bis Sanierungsbeginn abgeschlossen worden.  Die Besucherzahlen hätten in den letzten Jahren stagniert. „Die Zwangspause soll genutzt werden, das Konzept für den seit zehn Jahren bestehenden Kletterwald zu überarbeiten und neue Routen zu entwickeln“, so Günther.