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Polizei löste am Wochenende Partys am Rhein in Bonn auf

Party auf der Rheinpromenade in Bonn : Feiernde empfanden Kontrollen als übertrieben

Die Anwohner hatten sich am Wochenende über Lärm am Brassertufer beschwert. Polizei und Ordnungsamt haben dort mehrere Personen überprüft. Partygänger kritisiert das Vorgehen: „Wir sitzen nur zusammen und trinken was“.

Die Polizei hat am Freitag- und Samstagabend Jugendliche und Feiernde an der Promenade des Bonner Rheinufers kontrolliert. Anwohner hatten sich zuletzt über Lärm und Angetrunkene beschwert. Anlass waren aber auch die Corona-Schutzmaßnahmen.

Das Bonner Rheinufer in Höhe der Innenstadt ist seit jeher in den Sommermonaten ein beliebter Treffpunkt für feiernde Jugendliche – und das sehr zum Leidwesen von Nachbarn, die sich regelmäßig über Lärm beschweren. Laut Polizei treffen sich die Jugendlichen, die aus Bonn und der Umgebung stammen, entlang der linksrheinischen Promenade bei gutem Wetter regelmäßig.

Dabei komme es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Personen. Um solche Partys und Ansammlungen zu verhindern, kontrollieren Polizei und Ordnungsamt seit einiger Zeit regelmäßig diesen Bereich.

Polizei kontrollierte 139 Personen

Alle 50 Meter stand am Samstagabend ein Polizeiauto, zusätzlich waren Streifen ab 22 Uhr am Brassert-, Moses-Hess- und Erzbergerufer unterwegs. Da sich zu diesem Zeitpunkt auch am Beueler Rheinufer rund um die Kennedybrücke mehrere große Personengruppen aufhielten, patrouillierten Polizei und Stadtordnungsdienst auch dort. Bis 3 Uhr wurden 139 Personen kontrolliert und 36 Personen Platzverweise ausgesprochen. Unter ihnen befand sich auch ein betrunkener 21-Jähriger, der der Aufforderung nicht nach kam. Mit 1,0 Promille wurde er in Gewahrsam genommen.

Bei fünf Personen seien laut eines Polizeisprechers geringe Mengen Drogen gefunden und sichergestellt worden. Gegen sie wurden Strafanzeigen gefertigt.

Auch Beamte der Bonner Hundertschaft waren im Einsatz. Foto: Nicolas Ottersbach

Aus einer größeren Personengruppe heraus, die sich am Beueler Rheinufer aufhielt, soll gegen 23 Uhr eine junge Frau sexuell belästigt worden sein. Das Opfer hatte Polizistinnen kurze Zeit später angesprochen und über das Geschehen informiert. Im Zuge der sofort eingeleiteten Ermittlungen ergaben sich erste Hinweise auf mögliche Tatverdächtige.

Bereits am Freitagabend wurden zunächst 15 Personen am Brassertufer kontrolliert. Zwei polizeibekannte Männer im Alter von 31 und 22 Jahren erhielten dabei Platzverweise. Darüber hinaus wurde bei der Überprüfung eines 17-Jährigen festgestellt, dass er aktuell als vermisst gemeldet ist. Er wurde in eine Jugendschutzeinrichtung gebracht. Ein 31-Jähriger wurde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen ausländerrechtliche Bestimmungen vorläufig festgenommen.

An der Promenade hatten es sich viele bequem gemacht

Viele Menschen, die sich am Rheinufer trafen, empfanden die Kontrollen als übertrieben. „Wir sitzen nur zusammen und trinken was“, erzählte ein junger Mann. Es werde auch mal lauter, aber das sei in der Stadt normal. Manche würden „Ärger machen“, das seien allerdings Einzelfälle. Auch eine Familie hatte es sich an der frisch sanierten Promenade bequem gemacht und einen Grill dabei. An einer anderen Ecke saß sich eine Gruppe junger Männer gegenüber und rauchte Shisha. Wer genauer hinguckte, entdeckte auch immer wieder Kiffer – obwohl der Polizei-Bulli nur wenige Meter entfernt stand.

Polizei und Ordnungsamt wollen auch künftig größere Menschenansammlungen verhindern. Dass diese Einsätze aber nicht immer ohne Probleme ablaufen, zeigte sich in den vergangenen Wochen: So berichtet die Polizei von zum Teil aggressiver Stimmung unter den zumeist jüngeren Leuten, die im Bereich Brassertufer und Erzbergerufer kontrolliert wurden.

Aggressionen gegen die Polizei

Am 10. Juni wurde ein Beamter durch einen Schlag im Gesicht verletzt, als er eine Person kontrollieren wollte. Insgesamt wurden im Juni bereits mehr als 70 Platzverweise ausgesprochen. Mehrere Personen nahm man deshalb vorübergehend in Gewahrsam.

Ein Problem bestehe für die Polizei auch darin, dass sich häufig kleinere Gruppen angetrunkener Jugendlicher in die Polizeikontrollen anderer Personen einmischen würden. Diese würden zum Teil sehr aggressiv auftreten und sich mit den von den Einsatzkräften eigentlich angesprochenen Personen solidarisieren. Häufig würden sie so versuchen, die Polizeikontrollen zu stören oder gar zu verhindern.