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Sperrung am Endenicher Ei: Bonner Baustellen sorgen für mehr Staus im Sommer

Sperrung am Endenicher Ei : Bonner Baustellen sorgen für mehr Staus im Sommer

Der Landesbetrieb Straßen NRW sperrte am Sonntag das Endenicher Ei. Damit nicht genug: Mit Beginn der Sommerferien werden noch weitere Großbauprojekte den Verkehrsfluss beeinträchtigen.

Nicht alle Autofahrer hatten die Umleitungsschilder auf der B56 rechtzeitig erkannt, und so fanden sich einige Verkehrsteilnehmer am Sonntag ungewollt auf der Autobahn 565 wieder, obwohl sie innerorts über das Endenicher Ei fahren wollten. Der Landesbetrieb Straßen NRW hatte das Endenicher Ei, den Verteilerkreis an der Autobahnauffahrt Bonn-Endenich, für eine Tagesbaustelle gesperrt.

„Wir führen Kampfmitteluntersuchungen durch“, erklärte Projektleiter Hans-Werner Säul. Die Maßnahme zählt zu den umfangreichen Vorbereitungen für den geplanten Neubau des Endenicher Eis im Vorfeld des Neubaus des Tausendfüßlers insgesamt. Dabei handelt es sich um das Teilstück der A565 zwischen  Endenich und Bonn-Nord.

Am Sonntag blieb die direkte Verbindung über die B56 vom Hermann-Wandersleb-Ring auf die Endenicher Straße sowie in die entgegengesetzte Fahrtrichtung bis in den frühen Abend gesperrt. Umleitungen waren ausgeschildert, doch mit der parallelen Sperrung der Viktoriabrücke sowie einigen weiteren derzeit laufenden Baumaßnahmen mussten Autofahrer sich sehr konzentrieren und darauf achten, auch ja den richtigen Schildern zu folgen.

Nachdem man auf dem Hermann-Wandersleb-Ring Richtung Zentrum fahrend bereits mit einem großen Schild auf die Vollsperrung der Viktoriabrücke hingewiesen wurde, war für manche Autofahrer die Überraschung groß, als man wenige hundert Meter weiter auf dem Endenicher Ei nur noch die Möglichkeit hatte, auf die A565 Richtung Koblenz zu fahren, während die Fahrspuren Richtung Zentrum sowie die Abbiegespur zur A565 Richtung Köln gesperrt blieben. Wer dagegen im aktuellen Bonner „Umleitungsdschungel“ die für die Tagesbaustelle eingerichteten Schilder rechtzeitig erkannt hatte, bog vor dem Endenicher Ei vom Herrmann-Wandelsleb Ring in die Straße „Auf dem Hügel“ ab, um über „Am Propsthof“ und die Bornheimer Straße ins Zentrum zu gelangen.

Fünf Großbauprojekte laufen mit Beginn der Sommerferien parallel

Mit Beginn der Sommerferien am 29. Juni treffen zudem gleich fünf große Bauprojekte im Norden und Westen aufeinander, die teils noch bis September dauern: Das Endenicher Ei, die Bornheimer Straße, die Baumschulallee, der Bonner Talweg und die Viktoriabrücke.

Einige große Bonner Straßenbauprojekte laufen im Sommer parallel. Foto: GA Grafik

■ Das Endenicher Ei ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Hier nutzen jeden Tag nicht nur viele Verkehrsteilnehmer die Bundesstraße 56, sondern auch die darunter verlaufende A565 und ihre Anschlussstellen sind von Autos stark frequentiert. Ab dem 29. Juni stehen die Autos vor Absperrbaken: Alle Auf- und Abfahrten sind in den Sommerferien dicht, nur die Durchfahrt auf der B56 ist einspurig möglich. Besonders problematisch ist das für den Berufsverkehr: Wer von der Reuterstraße Richtung Euskirchen fahren will, kann nicht mehr über das Endenicher Ei auf die B56 abbiegen. Das gilt bis zum 11. August. In den Stützwänden entlang der Autobahn sollen Stahlanker angebracht werden, anschließend folgt der Bau einer Behelfsbrücke über die A565. Eine Umleitungsstrecke, sowohl auf der A565 als auch auf der B56 soll diese Woche ausgeschildert werden.

■ Die Bornheimer Straße nahe dem Lievelingsweg im Bonner Norden ist schon seit April ein Nadelöhr, und das soll bis Ende September auch bleiben. Wegen Arbeiten am Fernwärmenetz der Stadtwerke  ist die Fahrbahn teils gesperrt. Der Verkehr wird in beide Richtungen über zwei enge Fahrstreifen an der Baustelle vorbeigeführt. Schon jetzt staut es sich regelmäßig – was vermutlich noch schlimmer wird, sobald sich die Autofahrer wegen des Endenicher Eis andere Wege durch die Stadt suchen. Problematisch ist der Rückstau, der sich dadurch bis zum Verteilerkreis und zur Viktoriabrücke bildet. Aber auch während der Sperrung der Viktoriabrücke ist diese Verbindung besonders wichtig: Nur durch die Brücke an Brühler Straße, deren Abzweig direkt an der Baustelle Bornheimer Straße liegt, kann man mit dem Auto die Bahngleise queren, ohne vor Schranken zu stehen.

■ An der Baumschulallee ist das Tiefbauamt noch bis Ende Juli beschäftigt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Colmantstraße und Kreuzbergweg sowie die Agrippinenstraße zwischen Hausnummer 6 und Baumschulallee. „Die insgesamt 270 Meter langen Kanäle mit Durchmessern von 30 und 35 Zentimetern werden mithilfe eines sogenannten Schlauchliners saniert“, erklärt eine Stadtsprecherin. Das klappt nicht ohne Sperrungen: Der Durchgangsverkehr in der Baumschulallee wird über Colmantstraße und Meckenheimer Allee umgeleitet. Anwohner können jedoch die Baustelle passieren und zu ihren Häusern gelangen.

■ Auch die Kanäle im Bonner Talweg werden bis Mitte September saniert. Ab 30. Juni beginnen die Arbeiten, die in drei Abschnitte eingeteilt sind. Bis zum 26. Juli sind zunächst die Abschnitte von Weber- bis Königstraße und Goethe- bis Weberstraße geplant. Ab Anfang August bis Mitte September steht die Strecke zwischen Königstraße und Poppelsdorfer Allee an. Für die ersten beiden Abschnitte wird der Gleisbereich zwischen Dottendorf und der Haltestelle Poppelsdorfer Allee in beiden Fahrtrichtungen für den Bahnverkehr durchgängig gesperrt. Die Stadtwerke Bonn richten einen Schienenersatzverkehr ein. Auf der Kreuzung Bonner Talweg/Weberstraße wird eine Baustellenampel aufgestellt.

■ Läuft alles nach Plan, ist die Viktoriabrücke, die seit vorigem Freitag voll gesperrt ist, am 29. Juni wieder offen. Alles andere würde für kompletten Stillstand sorgen, wie man auch beim städtischen Tiefbauamt weiß. Es ist zu erwarten, dass dann mehr Verkehr über die Viktoriabrücke rollen wird, wenn die Anschlussstelle Endenicher Ei gesperrt ist. Dann nutzen viele wahrscheinlich die Abfahrten Tannenbusch und Poppelsdorf, um in die Innenstadt Stadt zu gelangen.