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Sankt Augustin: Graffiti an neuer Lärmschutzwand der Bahn

Strafanzeige nach Schmiererei : Neue Lärmschutzwand in Sankt Augustin schon voller Graffiti

Unbekannte Sprayer haben eine neue Lärmschutzwand und Betonwände am Bahnhof von Menden beschmiert. Jährlich kostet die Beseitigung von Graffitis rund 13 Millionen Euro.

Ob Graffiti schön sind oder nicht, da sind die Geschmäcker verschieden. Gleichwohl gibt es darunter durchaus sehenswerte Kunstwerke, aber eben auch Schmierereien. Vor allem im öffentlichen Raum lösen Graffiti Ärger und vor allem Kosten aus. „Bei uns ist das natürlich ein Dauerthema“, sagte eine Bahnsprecherin auf GA-Anfrage.

Auch Dirk Hagemann ärgert sich über Schmierereien. Er wohnt nicht weit weg von der Baustelle des Bahnhofes Menden, der im Zuge des S13-Ausbaus derzeit umgebaut wird. Die neuen Lärmschutzwände sind bereits verschmiert. „Kaum haben die gestanden, waren die schon besprüht. Da kann man zugucken, wie schnell das geht. Das hat keinen Tag gedauert“, sagt Hagemann, der im Wohnquartier Rebhuhnfeld wohnt und dort jeden Tag mit seinem Hund unterwegs ist.

Mittlerweile seien schon mehr als 100 Meter Lärmschutzwand besprüht. „Alle denken, da kann man nichts machen, aber vielleicht geht ja doch etwas, wenn man es publik macht und einen Sicherheitsdienst einsetzt.“ Auch die neuen Betonwände an der Unterführung zwischen Meindorf und Menden sind bereits besprüht.

 „Wir sind mehr als verärgert über das Verhalten und die Verunreinigung auf unseren Bahnanlagen. Graffiti ist bei der Deutschen Bahn Schwerpunkt der Vandalismusdelikte. Betroffen sind davon auch Lärmschutzwände“, so die Bahnsprecherin. Da die Entfernung extrem aufwendig und kostenintensiv ist und Graffiti keine akustischen Auswirkungen auf das hochabsorbierende Lärmschutzelement haben, kann die Bahn sie nur in wenigen Fällen entfernen.

Bei Vandalismus stellt die Bahn immer Strafanzeige

„Die Bahn erstattet grundsätzlich bei jedem Vandalismusdelikt Strafanzeige“, sagt die Bahnsprecherin. Für den Bahnhof Menden ist das offenbar noch nicht geschehen. „Uns liegt diesbezüglich noch keine Anzeige vor“, sagte Martina Dressler, Sprecherin der Bundespolizei. Seitens der Bundespolizei werde noch nicht ermittelt. „Wir fahren den Bahnhof aber regelmäßig an.“

 „Es sollte doch auch möglich sein, den Tätern eine Falle zu stellen und sie haftbar zu machen“, meint Hagemann. „Hier werden Schäden in fünfstelliger Höhe einfach akzeptiert. Es ist vorhersehbar und damit auch zu verhindern.“

Schnelle Entfernung wichtig

Dennoch ist die Bahn nach eigenem Bekunden nicht untätig im Kampf gegen Sprayer, auch wenn sie in Menden wohl nicht tätig werden wird. Viele Schmierereien würden beseitigt. Bei Hinweisschildern, Informationstafeln oder -vitrinen mit Fahrplanaushängen sei die schnelle Entfernung besonders wichtig, weil eine Fläche mit Graffiti laut Bahn immer den Wettbewerb unter den Sprayern befeuere, sodass immer mehr Farbe hinzukomme. Die meisten Sprayer verlören hingegen die Motivation, wenn ihr „Kunstwerk“ schnell wieder verschwinde.

Einsatzteams der Bahn ertappen Sprayer nicht selten auf frischer Tat

Überdies setze die Bahn speziell ausgebildete Einsatzteams der DB Sicherheit ein. Diese Teams haben etwa in Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und der Region Halle/Leipzig im Jahr 2018 mehr als 250 Sprayer auf frischer Tat ertappt und der Polizei übergeben, teilt die Bahn mit. Dennoch sei 2018 die Zahl der Graffiti-Beschädigungen um etwa acht Prozent auf 20.100 Fälle gestiegen.

Gegenüber dem Vorjahr ein leichter Anstieg, der allerdings auch durch verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften, häufigere Täterstellungen und konsequentere Anzeige bei der Polizei begründet sei. Regionale Schwerpunkte seien da die Ballungsräume. Die Kosten für die Graffitibeseitigung lagen laut Bahn 2018 bei 13 Millionen Euro.